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Zeichnen, um sehen zu lernen

Kakifrucht, 2011
Kakifrucht, 2011

Eines der besten Bücher über das Zeichnen als Schule des Sehens ist für mich Frederick Francks handgezeichnetes und handgeschriebenes Buch "The Zen of Seeing - Seeing/Drawing as a meditation"* das bereits 1973 erschienen ist.

 

Er macht einen Unterschied zwischen dem alltäglichen, schnellen, unbewussten Schauen ("looking") und dem langsamen, aufmerksamen, präsenten Sehen ("seeing"). Sehen zu lernen ist laut ihm der tiefere Sinn des Zeichnens, und nicht perfekte Ergebnisse zu produzieren.

Was Franck unter "Sehen" versteht, ist das tiefe Wahrnehmen der "Zehntausend Dinge" um mich herum. Zeichnen gibt mir die Zeit, ihr Wesen tief in mich aufzunehmen, bis ich ihre wahre Natur spüre, jenseits von Bewertung oder Etikettieren. Dann ist die Trennung zwischen mir und meinem Gegenüber aufgehoben.

Wir sprechen ja auch vom "selbstvergessenen Eintauchen" in eine Tätigkeit. Beim Zeichnen kann ich es manchmal erleben.

 

"Um ein Pferd zu zeichnen, müssen Sie so lange Pferde zeichnen..., bis Sie die geschwungene Linie seines Halses in Ihrem eigenen Nacken spüren." (Frederick Franck)

 

* Es gibt eine deutsche Ausgabe von 1999, auch sie leider vergriffen, aber z.B. bei Amazon noch auffindbar: "Zen in der Kunst des Sehens"

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